
Durch das frühe Aufstehen (5:30 Uhr) wurden wir Zeuge eines wunderschönen aber eisigen Sonnenaufgangs. Glücklicherweise war die Bushaltestelle direkt gegenüber unseres Hostels, es bestand also keine Gefahr, dass wir uns verlaufen können.

Der Bus war ein älteres Schätzchen, aber er erfüllte seinen Zweck - uns nach Bialystok zu bringen - und war durchaus bequem. Während der 2 Stunden Fahrt schliefen wir größtenteils, das war auch das einzig Sinnvolle, da die Fensterscheiben komplett vereist waren und man nicht hinausschauen konnte.
In Bialystok hatten wir einen geplanten Aufenthalt von 3 Stunden, bevor uns unser Zug nach Gizycko in Masuren bringen sollte. Also besichtigen wir die Stadt. Zu der Stadt muss man dazu sagen, dass die Deutschen hier im 2. Weltkrieg ganze Arbeit geleistet haben und neben fast der gesamten

Bevölkerung auch fast alle Gebäude vernichtet haben.

Beim Wiederaufbau nach dem Krieg wurde primär auf das Notwendigste geachtet: Industrie, Infrastruktur und Verwaltung, um das tägliche Überleben zu sichern. Auf ein schönes Stadtbild konnten die Menschen damals keine Rücksicht nehmen.

Interessant ist die Stadt trotzdem, da die heutige Bevölkerung zur einen Hälfte aus Polen und zur anderen Hälfte aus Weißrussen besteht, was man auf der Straße auch sehen kann.

Nach einer etwas unkoordinierten Stadtbesichtigung (da Bialystok keine Touristenstadt ist, versagte mein LonelyPlanet) kauften wir unser Zugticket am Bahnhof und unser Trip ging weiter nach Masuren.
Auf Masuren freuten wir uns besonders, da es ja eine der Perlen Polens sein sollte.


Als wir aus dem Zug ausstiegen und wir uns zu unserem vorher ausgesuchten Hotel aufmachten, staunten wir noch über die doch eher wohlhaben erscheinende Erscheinung der Stadt.
Als wir aber unser Hotel verlassen vorfanden und auch das Hostel, welches wir spontan danach aufsuchten kein Lebenszeichen von sich gab, hatten wir dafür keine Augen mehr und entschlossen uns, noch am selben Tag nach Danzig weiter zu fahren.

Bis dahin waren es aber noch gute 3 Stunden, wie wir enttäuscht auf dem Fahrplan des Bahnhofs feststellen mussten. Daraufhin schmiss ich eine Runde Mars - und es ging weiter. Als Ziel hatten wir die Festung Boyen auserkoren, die als strategischer Außenposter der Wolfsschanze im zweiten Weltkrieg diente.

Dummerweise liegt diese auf der anderen Seite der Stadt, sodass wir uns mit unserem Gepäck auf einen längeren Marsch durch diese höbsche Städtchen freuen durften. Nach 40min Marsch erreichten wir unsere Festung, um sie - wie auch nicht anders zu erwarten - als geschlossen vorzufinden.

Letztlich hatte Gyzicko es geschaft, uns die letzte Hoffnung auf ein Erfolgserlebnis zu rauben und geknickt marschierten wir zurück zum Bahnhof, wo wir noch eine Kleinigkeit zu uns nahmen, welche - natürlich- nicht wirklich der Oberhammer war und zusätzlich mit einem richtig schlechten Service abgerundet wurde, dass ich mich fast bei der Tante entschuldigt hätte, dass wir bei ihr was zu Essen gekauft haben.
Am Bahnhof mussten wir noch 45min auf unseren Zug warten. Die Wartezeit wurde uns durch 2 gestörte Jungendliche versüßt, die entweder auf Drogen oder geistig behindert waren. Ich war verdammt glücklich, als ich im Zug einen freien Sitz fand und diese schreckliche Stadt - die im Sommer ja ganz "nett" sein kann - hinter mir ließ.
Gdansk (Danzig) erreichten wir gegen 23:30 Uhr und waren sehr glücklich, ein überteuertes Doppelzimmer im gleichen Hostel wiebei unserem ersten Danzig-Besuch Ende Sebtember zu finden.
Der Samstag war mit Abstand der anstrengenste Tag unseres Trips, da wir an diesem Tag 3 Städte (Bialystok, Gyzicko und Gdansk), 2 Zugfahrten und 1 Busfahrt (insgesamt 9 Stunden) durchlebten.
1 Kommentar:
Wow... das hört sich in der Tat anstrengend an.
Kannst du mir das hier bei Gelegenheit mal genauer schildern *lol*:
"Am Bahnhof mussten wir noch 45min auf unseren Zug warten. Die Wartezeit wurde uns durch 2 gestörte Jungendliche versüßt, die entweder auf Drogen oder geistig behindert waren. Ich war verdammt glücklich, als ich im Zug einen freien Sitz fand und diese schreckliche Stadt - die im Sommer ja ganz "nett" sein kann - hinter mir ließ."
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